| Die Mikronadel – ein Korrektiv? |
Offensichtlich verbirgt sich hinter dem Wort Mikro, dem Kleinen, das Geheimnis – ähnlich der „Dosis“ von Paracelsus. Wir, damit meine ich viele mit dem Dermaroller praktizierende Ärzte und unser Unternehmen, haben (noch) keine abschließende Erklärung dafür, welchen Einfluss winzige Nadeln, mit einem Durchmesser von ca. 0,1 mm, auf den lebenden Organismus in allen Einzelheiten haben. Aber es ist nicht mehr von der Hand zu weisen, dass Mikronadeln auf Funktionsstörungen der Haut eine „regulierende“ Wirkung ausüben: Hyperpigmentierung baut sich ab, eingesunkene Narben füllen sich auf, hypertrophe Narben reduzieren sich. Das sind Fakten, die weltweit mit einer dreiviertel Million eingesetzter Dermaroller untermauert werden. Weitere Forschungen mit Fachleuten auf dem Gebiet der Stammzellforschung und Zellbiologie werden in Zukunft sicher noch viele Fragen beantworten.
Die nachfolgend geschilderten Zellvorgänge beruhen auf zahlreichen, sorgfältig recherchierten wissenschaftlichen Arbeiten, die sich mit der Wundheilung, der Collagen-Induktions-Therapie und der Gen-Expression (Gen-An-Ausschaltung) beschäftigten. Wir haben uns lediglich bemüht, für den Laien das Thema etwas leseverdaulich aufzubereiten.
| Was wissen wir über das Microneedling mit dem Dermaroller®? |
Das Microneedling stimuliert Hautzellen zur Reproduktion (Proliferation). Das Eindringen von Mikronadeln, seien sie noch so dünn, registrieren die rund 200 Nervenrezeptoren/cm2 der Haut als eine Verletzung, zumindest als einen Verletzungsreiz. (Verletzungen werden als Trennung von Gewebszusammenhängen definiert, die aber bei Mikronadeln gar nicht erst entstehen können). Dieser Reiz, man kann ihn auch Alarmreiz nennen, wird an die umgebenden Zellen des Einstichkanals auf elektrischem Weg weitergeleitet, - nicht weit, ca. 0,5 bis 1 mm. Auch wenn die atraumatischen (nicht verletzenden) Mikronadeln nachweislich kein Gewebe zerstören, läuft trotzdem die Kaskade des Wundheilungsprozesses ab – vielleicht etwas alteriert. Hautstammzellen und andere nicht differenzierte Zellen werden durch elektrische Signale und elektromagnetische Felder stimuliert, sich zu teilen und neue Zellen, wie Fibroblasten, die wahren Architekten der Haut, eilen zum Wundverschluss. (Diesen eindrucksvollen Vorgang haben u.a. Minh Zao et al. unter dem Mikroskop festgehalten [1|). Dort synthetisieren Fibrolasten neue Collagenfasern zum Verschluss der (angeblichen) Wunde. Salopp gesagt: Wären Fibroblasten und ihre Collagenfasern Feuerwehrmänner, würden sie sich bei Ankunft an der „scheinbaren“ Verletzungsstelle sehr wundern: Es ist keine Wunde da, denn der Stickkanal von rund 0,1 mm im Durchmesser wurde durch die Elastizität der Haut längst verschlossen. Da sich Collagenfasern nicht mehr zurückverwandeln können, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich in das bestehende Hautgerüst zu integrieren, ungewollt verstärken sie es [2]. Dass dieses Eingliedern in das Collagennetz aber geordnet von statten geht und nicht in einer Narbe endet, dafür sorgen gewisse Wachstumsfaktoren, man kann sie auch Wachstumsbefehle nennen [3]. Übrigens stimuliert das Microneedling dieselben Wachstumsfaktoren (TGF β3), die dafür sorgen, dass sich die Verletzung eines Embryos im Mutterleib narbenfrei verschließt.






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